Der Windows 11-Datei-Explorer enthält bereits KI-gestützte Tools, und weitere sind in Planung. Die ersten Funktionen heißen „Copilot fragen“ und „Semantische Indizierung“ und sind nach der Installation des Sicherheitsupdates vom Mai 2025 verfügbar. Die zweite Funktion, „KI-Aktionen“, wurde von Microsoft bereits angekündigt. Wann diese Funktion auf den Geräten verfügbar sein wird, ist jedoch noch unklar.
KI-Tools für den Datei-Explorer unter Windows 11
Dies sind die KI-gestützten Funktionen, die im Datei-Explorer für Windows 11 bereits verfügbar sind oder demnächst verfügbar sein werden.
Copiloten fragen
Die Funktion „Copilot fragen“ erscheint als Eintrag, wenn man im Datei-Explorer mit der rechten Maustaste auf ein Bild oder Dokument klickt. Wählt man diese Option aus, wird das ausgewählte Element an die Copilot-App gesendet.

Datei erkunden Fragen Sie Copilot / Bild: Mauro Huculak
Diese Option sendet jedoch keine Daten in die Cloud, sondern nur an das Eingabefeld. Anschließend können Sie das Bild oder Dokument an einen Chatbot senden, um eventuelle Folgefragen zu stellen.
Genau genommen handelt es sich hierbei nicht um eine KI-Funktion, sondern eher um eine Aktion oder einen Shortcut zum Senden einer Datei an die Copilot-App. Falls diese Option nicht verfügbar ist, können Sie die Datei jederzeit manuell über die Copilot-App hochladen.
Falls Sie diese Funktion nicht nützlich finden, können Sie die „Ask Copilot“-Integration über die Registrierung oder durch Deinstallation der Copilot-App entfernen .
KI-Aktionen
Die „KI-Aktionen“ sind eine Funktion, die ein neues Untermenü einführt, das über das Kontextmenü des Datei-Explorers aufgerufen werden kann, um auf verschiedene KI-Aktionen zuzugreifen.

Datei erkunden KI-Aktionen / Bild: Mauro Huculak
Diese Aktionen verarbeiten keine Daten im Datei-Explorer. Stattdessen wird das Bild oder Dokument an die Anwendung gesendet, um auf die KI-Funktion zuzugreifen. Einige dieser Aktionen sind:
- Bing Bildsuche: Objekte und Sehenswürdigkeiten schnell identifizieren oder Artikel anhand eines Bildes kaufen.
- Hintergrundunschärfe: Erkennt automatisch Hintergründe in Bildern und verwischt diese mit anpassbarer Intensität.
- Objekte löschen: Unerwünschte Elemente aus Fotos mithilfe der generativen Löschfunktion entfernen.
- Hintergrund entfernen: Mit einem Klick lässt sich ein Motiv im Handumdrehen aus einem Bild herausschneiden.
Die oben genannten KI-Aktionen sind derzeit für die Dateiformate JPG, JPEG und PNG verfügbar.
Zukünftige Updates sollen die Möglichkeit bieten, Dokumente für Microsoft 365-Dateien zusammenzufassen. So können Sie wichtige Erkenntnisse vorab einsehen, ohne Word, PowerPoint oder Excel öffnen zu müssen. Außerdem wird es möglich sein, Dateien in eine KI-generierte Frage-Antwort-Liste umzuwandeln.
Diese neuen KI-Aktionen werden für XLSX-, PPT-, PPTX-, DOC-, DOCX-, PDF-, TXT-, RTF-, ASPX-, HTML- und HTML- Dateien unterstützt.
Diese Funktion befindet sich derzeit in der Testphase über die Beta- und Entwicklerkanäle des Windows Insider-Programms, allerdings nur für Copilot+-PCs.
Semantische Indexierung
Die semantische Indizierung ist ein Bestandteil der Windows-Suche, aber da die Suche auch Teil des Datei-Explorers ist, stellt sie indirekt eine Funktion für den Dateimanager dar.

Dateiexploration: Semantische Indexierung / Bild: Mauro Huculak
Im Datei-Explorer nutzt die semantische Indizierung KI, um Ihre Dateien zu indexieren. Sie ermöglicht die Verwendung von Natural Language Processing (NLP), um die Bedeutung Ihrer Suchanfragen zu verstehen und zu interpretieren. So finden Sie Bilder, Dokumente und andere Dateitypen mithilfe natürlicher, umgangssprachlicher Ausdrücke.
Sie können beispielsweise ein Bild oder eine Datei beschreiben und sollten dann auf der Ergebnisseite des Datei-Explorers finden können, wonach Sie suchen, ohne auf den Dateinamen oder die Metadaten angewiesen zu sein.
Die Funktion unterstützt derzeit einige Dateiformate, darunter .txt, .pdf, .docx, .doc, .rtf, .pptx, .ppt, .xls und .xlsx für Dokumente sowie .jpg/.jpeg, .png, .gif, .bmp und .ico für Bilder.
Diese Funktion ist aktuell sowohl für lokale Dateien als auch für Bilder und Dokumente in OneDrive verfügbar. Die KI-gestützte Suche in Netzwerkordnern ist jedoch nicht möglich. In diesem Fall greift das System auf die herkömmliche Suchfunktion zurück.
Die semantische Indexierung verarbeitet Informationen mithilfe des geräteinternen Phi Silica KI-Modells. Dies bedeutet, dass das Gerät eine neuronale Verarbeitungseinheit (NPU) zur Datenverarbeitung benötigt. (Mithilfe dieser Anleitung können Sie überprüfen, ob Ihr PC über eine NPU verfügt .)
Daher ist diese neue Funktion auf Copilot+ PCs mit Qualcomm Snapdragon X-Prozessoren sowie Intel- und AMD-KI-Prozessoren beschränkt.
Auch wenn es noch nicht offiziell ist, wird das Unternehmen wahrscheinlich weiterhin Wege finden, mehr KI-gestützte Aktionen und Funktionen zu integrieren.
Was haltet ihr von den KI-Integrationen im Datei-Explorer? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.