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Winterreifen 2026: Reicht M+S noch oder braucht es das Alpine-Symbol?
Winterreifen 2026: Reicht M+S noch oder braucht es das Alpine-Symbol?
Für Pkw in Deutschland reicht die Kennzeichnung M+S im Winter 2026 nicht mehr aus. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte müssen alle vier Räder mit Reifen ausgerüstet sein, die das Alpine-Symbol tragen: ein Berg mit drei Gipfeln und einer Schneeflocke. Das gilt auch für alte Reifen, die früher noch unter die Übergangsregel fielen. Diese Übergangsfrist endete am 30. September 2024. Wer jetzt einen Satz Reifen prüft, sollte deshalb nicht beim Schriftzug M+S stehen bleiben.
Die Regel in einer Minute
M+S allein: Bei winterlichen Straßenverhältnissen für einen normalen Pkw nicht ausreichend.
Alpine-Symbol, auch 3PMSF genannt: Erkennbar an der Schneeflocke in einem dreigipfligen Berg. Diese Kennzeichnung ist nach § 36 StVZO für wintertaugliche Reifen vorgeschrieben.
Ganzjahresreifen: Sie können die situative Winterreifenpflicht erfüllen, wenn sie das Alpine-Symbol tragen und die übrigen Anforderungen an den Reifen erfüllen.
Keine feste Winterreifen-Saison: Die Pflicht gilt bei bestimmten Wetter- und Straßenverhältnissen, nicht automatisch an jedem Tag zwischen Oktober und Ostern.
Deutschland hat eine situative Winterreifenpflicht. „Situativ“ bedeutet, dass nicht der Monat im Kalender entscheidet, sondern die tatsächlichen Bedingungen. Die Pflicht greift bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte. Schneit es nicht, ist die Straße trocken und liegt auch sonst keine der genannten Glättelagen vor, entsteht allein wegen des Datums keine Winterreifenpflicht. Umgekehrt kann die Pflicht auch im März oder November greifen, wenn die Fahrbahn winterlich glatt ist.
Die bekannte Faustregel „von Oktober bis Ostern“ ist eine Planungshilfe, aber keine gesetzliche Frist. Sie hilft, einen Werkstatttermin rechtzeitig zu organisieren; sie ersetzt nicht die Prüfung vor der Fahrt. Ein konkretes Beispiel: Wer im November bei trockenem Wetter mit M+S-Reifen fährt, verstößt nicht allein wegen des Monats gegen die situative Pflicht. Wird die Strecke am nächsten Morgen vereist, reichen dieselben Reifen ohne Alpine-Symbol jedoch nicht. Prüfen Sie daher die Reifen schon vor Beginn der kalten Saison und entscheiden Sie vor jeder Fahrt nach der vorhergesagten und tatsächlichen Lage.
Schritt 2: Die richtige Reifengröße und Freigabe feststellen
Bevor Sie einen Reifen kaufen oder montieren lassen, vergleichen Sie die Angaben mit der Zulassung Ihres Fahrzeugs und den Herstellerunterlagen. Reifengröße, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex müssen zum Fahrzeug passen. In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen nicht immer sämtliche zulässigen Rad-Reifen-Kombinationen; prüfen Sie bei Zweifeln deshalb auch die Übereinstimmungsbescheinigung (CoC), die Betriebsanleitung oder fragen Sie eine Fachwerkstatt. Ein passendes Alpine-Symbol macht einen Reifen nicht automatisch für jedes Auto passend.
Vor dem Kauf oder Wechsel zuerst die für das eigene Auto zugelassenen Reifendaten prüfen.
Schritt 3: Alpine-Symbol auf jedem Reifen suchen
Das Alpine-Symbol ist ein geprägtes Piktogramm auf der Reifenflanke, also der seitlichen Reifenwand. Es zeigt eine stilisierte Bergsilhouette mit drei Gipfeln und einer Schneeflocke darin. Die Bezeichnung 3PMSF steht für „Three-Peak Mountain Snowflake“ und meint dasselbe Symbol. Drehen Sie bei Bedarf das Lenkrad so, dass die Vorderreifen besser sichtbar sind, und kontrollieren Sie die Kennzeichnung an allen vier Reifen. Die Markierung kann auf der Innenseite liegen; ist sie von außen nicht zu erkennen, lassen Sie sie in einer Werkstatt prüfen.
Die Aufschrift M+S steht für „Matsch und Schnee“. Sie allein beweist jedoch nicht, dass ein Reifen die gesetzlich verlangte Alpine-Kennzeichnung hat. Viele Reifen tragen beide Angaben; in diesem Fall zählt für winterliche Bedingungen das Alpine-Symbol. Auch eine Schneeflocke ohne die charakteristische dreigipflige Bergumrandung sollten Sie nicht mit dem vorgeschriebenen Zeichen verwechseln.
Das Alpine-Symbol sitzt als eingeprägtes Bergpiktogramm mit Schneeflocke auf der Reifenflanke; M+S allein genügt bei Winterwetter nicht.
Warum ältere M+S-Reifen keine Ausnahme mehr sind
Als die Kennzeichnungspflicht eingeführt wurde, durften bestimmte ältere M+S-Reifen vorübergehend weiter bei Winterwetter verwendet werden. Die Übergangsregel erfasste Reifen, die vor dem 1. Januar 2018 hergestellt worden waren, und lief am 30. September 2024 aus. Das Herstellungsdatum stand früher bei der Frage im Vordergrund; für Fahrten im Winter 2026 ist diese Übergangsfrist aber vorbei. Ein Reifen wird also nicht dadurch wintertauglich im Sinne der Regel, dass er alt ist oder damals rechtmäßig gekauft wurde. Hat er nur M+S und kein Alpine-Symbol, planen Sie bei winterlichen Straßenverhältnissen eine andere Fahrt oder verwenden Sie geeignete Reifen.
Schritt 4: Zustand und Profiltiefe prüfen
Die Kennzeichnung allein reicht für eine sichere Entscheidung nicht. Prüfen Sie das Profil über die Reifenbreite und an mehreren Stellen des Umfangs. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Pkw-Reifen beträgt nach § 36 Absatz 3 StVZO 1,6 Millimeter im Hauptprofil. Das ist eine rechtliche Untergrenze, keine Empfehlung für gute Haftung auf Schnee. Der ADAC empfiehlt für Winterreifen aus Sicherheitsgründen mindestens 4 Millimeter Restprofil. Suchen Sie zusätzlich nach Rissen, Beulen, ungleichmäßigem Abrieb und Fremdkörpern. Bei sichtbaren Schäden sollte eine Fachwerkstatt den Reifen beurteilen.
Profiltiefe an mehreren Stellen kontrollieren: Die gesetzliche Untergrenze ist kein Sicherheitsziel für Schnee.
Ein Profiltiefenmesser ist für die Kontrolle hilfreich. Setzen Sie ihn in eine Profilrille und messen Sie an mehreren Stellen, statt nur die äußerste Kante anzusehen. Sind Sie unsicher, bitten Sie einen Reifenbetrieb, Profiltiefe und Zustand zu prüfen. Das ist besonders sinnvoll, wenn die Reifen bereits mehrere Saisons gefahren wurden oder das Auto beim Bremsen und Lenken ungewöhnlich reagiert.
Schritt 5: Reifenwechsel für alle vier Radpositionen planen
Bei einem üblichen Pkw müssen alle vier Räder die Anforderungen erfüllen. Es genügt nicht, nur die angetriebenen Räder mit Alpine-Reifen auszurüsten oder Winterreifen mit Sommerreifen zu mischen. Prüfen Sie deshalb den kompletten Satz, einschließlich eines montierten Ersatzrads, falls Sie es im Straßenverkehr verwenden wollen. Ein Satz Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol kann die Pflicht ebenfalls erfüllen; die Entscheidung, ob seine Fahreigenschaften zu den eigenen Strecken und Wetterbedingungen passen, ist davon getrennt.
Wenn Sie die Räder selbst wechseln, beachten Sie die Betriebsanleitung und verwenden Sie passendes Werkzeug. Können Sie das Fahrzeug nicht sicher anheben oder die Räder nicht korrekt befestigen, lassen Sie den Wechsel von einer Werkstatt durchführen. Nach der Montage kontrollieren Sie den Reifendruck nach den Angaben des Fahrzeugherstellers. Halten Sie außerdem die Laufrichtungs- und Innen-/Außenmarkierungen ein, sofern der Reifen solche Vorgaben hat. Bei einer professionellen Montage kann die Werkstatt auch auf korrekten Sitz und Befestigung achten.
Beim Wechsel auf Winterräder alle vier Radpositionen berücksichtigen und die Montage fachgerecht ausführen lassen.
Was droht bei einer Fahrt nur mit M+S?
Wer bei den gesetzlich genannten Winterverhältnissen ohne Reifen mit den vorgeschriebenen Eigenschaften fährt, muss laut Bußgeldkatalog mit 60 Euro rechnen; wird dabei jemand behindert, sind es 80 Euro. Für Fahrzeughalterinnen und -halter sieht der Katalog für das Anordnen oder Zulassen einer solchen Fahrt 75 Euro vor. Die Beträge beziehen sich auf die genannten Tatbestände des aktuellen Bußgeldkatalogs; zusätzliche Folgen hängen vom Einzelfall ab. Die einschlägigen Einträge stehen in der Anlage zur Bußgeldkatalog-Verordnung.
Häufige Fehler vermeiden
Nur den Kalender prüfen: „O bis O“ ist keine gesetzliche Saison. Entscheidend sind die Straßenverhältnisse.
M+S mit Alpine gleichsetzen: Für winterliche Bedingungen muss die dreigipflige Berg-Schneeflocke vorhanden sein.
Nur zwei Reifen austauschen: Bei einem normalen Pkw müssen alle vier Radpositionen geeignete Reifen haben.
Reifen mit Mindestprofil für automatisch sicher halten: 1,6 Millimeter erfüllen nur den allgemeinen gesetzlichen Mindestwert; auf Schnee kann deutlich mehr Profil wichtig sein.
Die Reifengröße allein auswählen: Tragfähigkeit, Geschwindigkeit und Fahrzeugfreigabe müssen ebenfalls passen.
Checkliste vor der nächsten Winterfahrt
Steht auf jeder Reifenflanke das Alpine-Symbol?
Sind Größe, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex für das Fahrzeug geeignet?
Haben alle vier Reifen ausreichendes, gleichmäßiges Profil und keine sichtbaren Schäden?
Ist der Reifendruck nach Herstellervorgabe eingestellt?
Liegt eine der winterlichen Straßenbedingungen vor oder ist sie auf der geplanten Route zu erwarten?
Wer diese Punkte rechtzeitig prüft, kann die Reifenfrage vor dem ersten Frost klären, statt erst bei Schneematsch festzustellen, dass ein alter M+S-Satz nicht mehr ausreicht. Für den Wortlaut der Regel sind die verlinkten Vorschriften in StVO, StVZO und Bußgeldkatalog maßgeblich; eine Werkstatt kann bei der Beurteilung eines konkreten Reifensatzes helfen.